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Umgang mit persönlichen Daten

Jede und jeder von uns hat unheimlich viele „Daten“. Das klingt abstrakt und simpel zugleich, aber praktisch verbirgt sich dahinter unsere Persönlichkeit mit unseren Wünschen, Träumen, Vorlieben, Abneigungen und Meinungen.


Es gibt über jede und jeden von uns intime Details und Geheimnisse. Zudem gehören zu uns technische, messbare Daten, wie Adresse, Alter, Beruf, Einkommen, Grundbesitz, Zahlungsmoral und die Punkte in Flensburg.

 

Private Details im Internet


Früher behielt man all diese Daten eigentlich lieber für sich. Natürlich wussten Familie und der enge Bekanntenkreis viel über die eigene Persönlichkeit, aber ansonsten wurde dies nicht nach außen getragen und das eigene Privatleben größtenteils hinter der Wohnungstür zurückgelassen.


Wie bei so Vielem hat das Internet auch hier zu einem Wertewandel geführt: Wo früher meist eine anonyme Kontaktanzeige in der Zeitung geschaltet wurde, um andere auf sich aufmerksam zu machen, so präsentiert er oder sie sich heute von Kopf bis Fuß im Internet: „Hey Leute, wie gefalle ich euch? Redet mit mir!“


Da gibt es das StudiVZ, Facebook, MySpace, Gayromeo und knuddels. Und überall hinterlassen wir massenhaft unsere Daten. Für die jugendliche Generation ist ein solch offener Umgang mit dem Internet absolut selbstverständlich. Wer nicht auf diversen Webplattformen zu finden ist, gilt schon als EinzelgängerIn oder zumindest als „anders“.

 

Augen auf beim Surfen

Was aber viele noch nicht verinnerlicht haben: Das „Umsichwerfen“ mit persönlichen Daten birgt Gefahren, die unbedingt einkalkuliert werden sollten. Daher sollte bei der Nutzung des Internets zunächst gelten: Hinterlasse so wenige persönliche Informationen in der Öffentlichkeit wie möglich!


Wer durch das Internet surft, wird an jeder Ecke aufgefordert, irgendwelche Textfelder zu befüllen. Das sind zum Beispiel „unverbindliche Kostenvoranschläge“ für Versicherungs- oder Bankdienstleistungen. Das sind aber auch etliche Steckbriefeinträge auf oben angesprochenen sozialen Netzwerken. Hierzu müssen nicht immer alle Felder befüllt werden. Und wenn die ausfüllende Person dazu verpflichtet wird, sollte sie auf jeden Fall sicherstellen, dass die werbliche Weiterverwertung und der Verkauf der Daten untersagt wird. Entsprechende Klauseln sind meistens im Kleingedruckten (Allgemeine Geschäftsbedingungen, Datenschutzbestimmungen) zu finden.

Kaum ein Mensch achtet allerdings beim Ausfüllen auf diese – leider.

 

Persönliche Angaben schützen


Wer möglichst wenige Daten im Internet hinterlässt, reduziert das Risiko, dass über sie oder ihn ein aussagekräftiges Profil angelegt und sie /er im Zuge dessen mit spezifischer Werbung bombardiert wird. Ebenso wird verhindert, dass staatliche Stellen, die der Datensammelwut verfallen sind, zugreifen können. Und zu guter Letzt damit verhindert die Person, dass eventuelle ArbeitgeberInnen persönliche Angaben finden oder erfahren, die sie einfach nicht wissen sollten, wie zum Beispiel die Vorliebe für Alkohol zum Zwecke der Belustigung oder vielleicht sogar die Fotos von der letzten Sangria-Orgie auf Mallorca.


Zweiter Leitsatz bei der Nutzung des Internets muss deshalb sein: Veröffentliche nur die Daten, die du auf einer Bühne vor einer großen Menschenmenge ohne Scham aussprechen würdest. Der technische Fortschritt erlaubt es AnbieterInnen von Online-Shops, an prominentester Stelle sei hier Amazon genannt, mithilfe komplexer technischer Systeme aus dem Kaufverhalten der Menschen Rückschlüsse auf deren zukünftige Nachfrage zu schließen. Dasselbe gilt für verschiedene Bonus-Systeme wie die Bahn-Comfort-Punkte (so verlockend diese auch scheinen), die Payback-Karte oder diverse „Fashion-Cards“ von Modehäusern. Auch hier muss gelten: Behaltet eure Daten für euch! Verzichtet auf ein paar Pünktchen, die ihr mit eurer verlorenen Privatsphäre teuer bezahlt!

 

Verantwortlich mit Daten umgehen


In einem derartig komplexen Umfeld, in der Konsumwüste und im Internet, wird es immer wichtiger, jungen Menschen umfangreiche Kompetenzen über Medienbenutzung jeglicher Art zu vermitteln.


Die GRÜNE JUGEND NRW fordert deshalb die Thematisierung der hier angesprochenen Themen im Schulunterricht. Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden, wie wertvoll persönliche Daten sind und wie viel Missbrauch mit ihnen getrieben werden kann.


Je nachdem bietet es sich übrigens auch an, nicht überall seine wahren Daten zu verbreiten, sondern sich gerade im Internet stattdessen auch „mehrere Identitäten zuzulegen“, um wirklich anonym unterwegs zu sein.