Suche in http://freiheit-sichern.gj-nrw.de/

RFID-Chips - Wie funktionieren die eigentlich?

Die Abkürzung RFID steht für Radiofrequency Identity und bedeutet im Deutschen so viel wie „Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen“. Es handelt sich dabei um hochfrequente Wellen, also Radiowellen.


Tatsächlich ist es möglich, diese Wellen mit einem Radio und der richtigen Frequenz zu empfangen und dann ein Störsignal zu hören. Diese Chips senden über die Frequenz eine Identifikation (ID) aus, beispielsweise die eines bestimmten Produktes im Supermarkt.


Der eigentliche Chip, welcher in Kleidung, an Menschen, an Tieren, in Autos oder in nahezu allen Produkten angebracht werden kann, ist mit einer Art Antenne verbunden und dieses fungiert als ein so genannter Responder (= Beantworter). Um nun die Daten von einem solchen Responder zu empfangen und auszulesen, braucht man lediglich ein Lesegerät.

 

Wo wird die RFID-Technik heute schon angewandt?


Ein solches Lesegerät ist irgendwo fest installiert – zum Beispiel am Ausgang eines Supermarktes – und erzeugt in einem bestimmten Bereich hochfrequente Wellen. Kommt nun eine Kundin oder ein Kunde mit einem Produkt mit integriertem RFID-Chip an dem Lesegerät vorbei, überträgt dieses seine Identifikation (ID) an das Lesegerät. Über das Lesegerät lässt sich nun also genau feststellen, welcher Artikel gerade den Laden verlassen hat.


Der Einsatz dieser Technik dient vor allem zur schnellen Kassenabfertigung, zur besseren Aufklärung von Ladendiebstählen oder auch bei der automatischen Mauterfassung. Zur Diebstahlaufklärung kann so beispielsweise genau herausgefunden werden, welche Gegenstände besonders häufig gestohlen werden, und wann sie gestohlen wurden. Aktuell würde erst bei der Inventur klar werden, was fehlt.


Mit ergänzender Videoüberwachung ist ein Diebstahl dann sehr schnell aufgeklärt. Der Responder am Chip ist mittlerweile schon in einigen Produkten, KundInnenkarten aber auch anderen Dokumenten (zurzeit auch in Studierendenausweisen) enthalten, ohne dass die BenutzerInnen dies ahnen.

 

Wie kann sich die RFID-Technik in der Zukunft entwickeln?


All dies klingt zunächst nicht so erschreckend: Ist es nicht sinnvoll, dass so viele nützliche Informationen gespeichert sind? Die Entwicklung und Nutzung dieses Chips birgt leider einige Gefahren, der Datenschutz hat dabei nicht gerade höchste Priorität. Denn wie in anderen Bereichen des geringer werdenden Datenschutzes, gibt diese Struktur Möglichkeiten, Bürgerinnen und Bürger auszuspionieren.

 

Ein Beispiel


Stellen wir uns erst mal nur einfache Lesegeräte vor, die nur eine Reichweite von ein bis zwei Metern haben. Nehmen wir einen Supermarkt im Ort, der seine Kundinnen und Kunden davon überzeugt hat, sich eine Payback-Karte anzuschaffen. Hermann P. will einkaufen gehen und betritt den Laden.

Der Chip in seiner Karte antwortet dem Lesegerät, dass er registriert ist. Er passiert das zweite Lesegerät hinter der Obst- und Gemüseabteilung nach 20 Sekunden.

Nun ja, er scheint kein Fan von gesunder Ernährung zu sein. Besonders lange ist sein Responder jedoch an der Käsetheke. Er scheint Geschmack zu haben und Wert auf hochwertige, nicht abgepackte Nahrung zu legen. Diese muss er sich leisten können, also hat er genügend Geld.

Zuletzt hält er sich am Zeitschriftenregal besonders lang auf, allerdings ohne etwas zu kaufen, was anschließend an der Kasse registriert wird. Anscheinend spricht die Auswahl oder Dekoration der Zeitschriften einen Kunden, der durchaus über genügend Mittel verfügt, nicht an.

An der Kasse muss er nicht lange zögern – seine Kontodaten sind hinterlegt, die Produkte im Einkaufswagen werden über die RFID-Chips automatisch erkannt, und schon hat der Supermarkt ein sehr klares Bild darüber, was Hermann P. gerne einkauft.

Er sollte sich also nicht wundern, wenn ihm bald auch die entsprechenden Werbematerialien in den Briefkasten flattern...


Dass diese sensiblen, persönlichen Daten von der Wirtschaft missbraucht werden, ist die eine Gefahr.

Eine weitere Gefahr liegt darin, dass die Chips nicht automatisch deaktiviert werden oder auf das eine Lesegerät an der Kasse des Supermarktes beschränkt sind: Jede und jeder, die ein Lesegerät besitzen, können fortan Hermann P.s Einkäufe sehr genau studieren.


Die GRÜNE JUGEND NRW fordert daher, dass Firmen, die sich schon heute der RFID-Technik bedienen, darauf deutlich aufmerksam machen müssen. Es muss außer Frage stehen, dass - falls die Responder in Produkten der Kaufhäuser und Supermärkt vorhanden sind - diese nach dem Passieren der Kasse unbrauchbar gemacht werden müssen. Eine weitere Gefahr durch die RFID-Technik entsteht auf Seiten des Staates, so wäre es möglich, die Responder zum Beispiel in Geldscheinen und Pässen unterzubringen. Mit einer ausreichenden Anzahl von Lesegeräten ließe sich hierdurch auch ohne Kameraüberwachung das Leben der Bürgerinnen und Bürger sehr leicht flächendeckend kontrollieren.


Quellen und weitere Infos: Wikipedia (www.wikipedia.de) Foebud (www.foebud.org)